Der Mitteldeutsche Heimat- und Trachtenverband e.V. (MHTV)

  

Es ist der erste wärmere Tag nach einem gefühlt ziemlich langen Winter, an dem ich am Samstag Mittag inmitten unserer schönen Altstadt auf eine Gruppe wundervoller Menschen in traditionellen Kostümen treffe.
Das Zampern des Traditionsvereins Rubiško gehört in jedem Fall zu den einzigartigen Erlebnissen in meiner Heimatstadt Lübbenau und ich bin sehr dankbar, dass durch den Verein eine Reihe wundervoller Traditionen und Bräuche lebendig bleiben.
So habe ich und viele andere Menschen die Möglichkeit, einen Blick zurück in längst vergangene Zeiten werfen zu können und sich bezaubern zu lassen.
Ich darf an diesem Tag also unter anderem Bekanntschaft mit dem Schimmelreiter, den Wurstbrüdern, der Eierfrau, dem Storch und dem Erbsstrohmann machen. Ich treffe auch noch auf die doppelte Person, mit den zwei Gesichtern, wobei das echte Gesicht so ehrlich lachen kann, dass das zweite Gesicht an ihrem Hinterkopf fast gar nicht mehr gruselig ist.
Meine persönliche Lieblingsfigur ist allerdings der Póbratš: Er trägt einen schwarzen Anzug, einen Zylinder und bunte Bänder schmücken ihn, damit sieht er äußerst geschmackvoll und feierlich aus.
Des Póbratš Aufgabe bestand unter anderem darin, heiratsfähige Menschen aus benachbarten Dörfern zusammenzuführen- dafür brauchte es sicher ein großes Herz, ein freundliches, zugewandtes Wesen, aber auch eine extra Portion Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen.
Kein Wunder also, dass Konrad, ein Mitglied des Vorstands des Vereins, diese Figur perfekt verkörpert und den Zamperzug anführt.
Einen weiteren besonderen Menschen besuchen wir auf dem weiteren Weg durch die Altstadt: Robert, er ist das älteste Vereinsmitglied (93 Jahre jung) und so liebenswert.
Bei einem der nächsten Besuche in der Apothekengasse wartet ein wahres Festmahl auf Rubiško.
Es gibt Suppen, Quarkbällchen und andere Leckereien und Getränke. Es wird viel getanzt, die begleitende Kapelle schmettert eine zünftige BlaMu und ich bin ganz gerührt von soviel Freude und liebevollem Miteinander! Wenn das nicht den eisigen Winter vertreibt, was dann?
Noch bin zum späten Nachmittag sind alle unterwegs, bringen Touristen und Einheimische zum Lachen, verführen den Einen oder Anderen zum Anstoßen und sammeln dabei weiter fleißig Gaben für den Eierkuchenball.