Der Mitteldeutsche Heimat- und Trachtenverband e.V. (MHTV)

 

Liebe Freund*innen,


in den letzten Wochen und Monaten habt ihr wenig von uns gehört. Alles wurde heruntergefahren und die Welt hat sich ein wenig langsamer gedreht. Der 14. Deutsche Kinder- und Jugendtrachtentag, auf welchen wir uns alle gefreut hatten, wurde aufgrund der Corona Pandemie abgesagt.
Wir hatten viel Hoffnung, mit vielen von euch zur Europeade nach Klaipėda zu fahren und im Vorfeld das Kennlern-Wochenende im schönen Bad Hersfeld (Hessen) durchzuführen. Aber auch diese Veranstaltungen wurden auf Grund der Einschränkungen und Verbote, welche in der gesamten Bundesrepublik und auch noch heute in einigen Bundesländern gelten, abgesagt. Eine schwierige Zeit für alle Menschen, aber auch eine harte Zeit für die Brauchtumspflege, den Volkstanz und die Volksmusik.
Plötzlich durften wir Aktivitäten, welche uns wichtig sind, nicht mehr ausüben. Die Kinder und Jugendlichen durften nicht mehr in die Schule und ihren geliebten Freizeitaktivitäten in den Vereinen und Verbänden nachgehen. Alle wurden sozial distanziert, damit Risikogruppen geschützt werden können und die Ausbreitung des Virus eingedämmt wird.
Viele von uns haben in dieser Zeit den Wert des vertrauten Alltags erst richtig bewusst wahrnehmen können, denn der Alltag hat sich abrupt verändert und wir alle haben innerhalb kürzester Zeit gelernt, unseren gewohnten Tagesablauf zu verändern.


Aber gab es die soziale Distanz wirklich? Oder haben wir neue Wege kennengelernt miteinander umzugehen? Wir von der Deutschen Trachtenjugend haben regelmäßig Vorstandssitzungen per Telefonkonferenz geführt und der Hauptausschuss des Deutschen Bundesjugendring wurde digital durchgeführt. Man kann trotz Distanz miteinander verbunden sein und dank der Technik miteinander kommunizieren und agieren. Wir betrachten die zunehmende Digitalisierung als sehr positiv. Sicherlich war der Start sehr holprig, was vielen Schüler*innen und Lehrer*innen beim Homeschooling gemerkt haben, aber wir sollten das, was wir in der letzten Zeit gelernt haben, weiter ausbauen und dadurch mehr in Kontakt treten. Gerne möchten wir allen Mitgliedern aus dem Verband die Möglichkeit geben, mit uns zu reden und die Arbeit im Verband nicht
einschlafen zu lassen. Eine Idee hierzu wäre es zum Beispiel, regelmäßige Telefonkonferenzen mit den Jugendleitern der Mitgliedsverbände anzubieten, wie eine Art Sprechstunde.
Der Erhalt von Brauchtum geht auch im kleinen Rahmen und alleine. Wer noch nie an einer Nähmaschine gesessen hat, kann dies in Zeiten der Corona Pandemie durch einen selbstgenähten Mund-Nasen-Schutz mit einem einfachen und nützlichen Projekt endlich tun. So wird das Handwerk erhalten und man weiß, wie das neue Accessoire entstanden ist. Der Wert des selbstgenähten Mund-Nasen-Schutzes ist viel höher und solche werden wir beim Spaziergang an der frischen Luft auch nicht am Wegesrand entdecken. Der Kampf gegen das Virus und der Schutz von Risikogruppen ist eine Gemeinschaftsleistung und verlangt jedem von uns viel ab. Es ist wichtig, nach unseren Mitmenschen im engsten Umkreis und darüber hinaus zu schauen. Denn die psychische Gesundheit in Zeiten einer Pandemie ist nicht zu unterschätzen. Bitte schaut nach euren Freunden*innen und sprecht über eure Ängste und Sorgen miteinander. Keiner von uns hat diese Situation schon einmal erlebt, aber wenn wir zusammenhalten und füreinander da sind, werden wir das zusammen schaffen und gestärkt aus dieser Zeit hinaus gehen.

Die Gemeinschaft und ihren Wert haben wir gerade in der Zeit der Krise erkannt. Der Zusammenhalt dieser Zeit sollte in die Zeit nach der Krise mitgenommen werden.
Die Gruppenstunden und die gemeinsame Zeit fehlen uns genauso wie euch, aber ein bisschen müssen wir noch durchhalten. Nach der schwierigen Zeit werden wir uns in besonderem Maße engagieren und freuen uns auf gemeinsame Veranstaltungen und Treffen. Wie und wann diese allerdings stattfinden, können wir heute noch nicht genau sagen.


Die Herbsttagung der Deutschen Trachtenjugend, welche vom 9. bis 11. Oktober 2020 in Korbach (Hessen) stattfinden soll, haben wir auf das Nötigste beschränkt. Das heißt, dass der Tanzkurs sowie der Musikkurs in diesem Jahr leider nicht stattfinden werden. Gerne möchten wir allerdings die Jugendausschusssitzung und eine verschobene Präsidiumssitzung durchführen. Ob dies allerdings im bekannten Rahmen möglich ist, wird erst am 1. September diesen Jahres klar sein. Wenn wir uns in Korbach nicht persönlich treffen können, würden wir gerne die Sitzungen digital durchführen. Genauso ungewiss ist, ob wir die Bildungsfahrt nach Aachen durchführen können.


Wir bitten euch, auch wenn es schwerfällt, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen.
Gebt auf euch acht und bleibt schön gesund.